Thema: Fotoprojekte
Am Hafen knallt die Mittagssonne auf den Asphalt, und der Wind drückt den Geruch von altem Frittierfett direkt in die Nase. Bei Claus an der Bude ist die Schlange wie immer zu lang, aber Fiedde, Hein und Kalle stehen trotzdem da, wo auch sonst.
Fiedde trommelt ungeduldig auf die Tresenkante. „Claus, mach mal Meter hier. Mayo ordentlich drauf, ich hab Hunger wien Hafenschlepper.
Hein schaut derweil skeptisch in die dunkle Brühe der Fritteuse. „Sag mal, Claus, wechselst du das Öl auch mal oder filterst du da nur die gröbsten Möwenfedern raus? Er wartet die Antwort gar nicht ab und schnappt sich trotzdem die Plastikgabel.
Kalle hat die Backen schon voll, schiebt sich eine Pommes nach der nächsten rein und grinst. „Claus, krieg ich eigentlich Mengenrabatt, wenn ich morgen die Jungs vom Zoll mitbringe?
Claus schüttelt nur den Kopf, schaufelt wortlos die nächste Portion in die Schale und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Im Hintergrund tuckert ein Kutter vorbei, eine Möwe schreit das Dach zusammen, und für einen Moment ist der ganze Hafenlärm genau so, wie er sein muss.
Für mich und dich

Angela 25.03.2026, 04.28 | (0/0) Kommentare | PL
Gerda und ich waren die letzten Wochen nicht ganz auf der Höhe und mussten zweimal passen. War nicht schön, aber manchmal hilft alles Jammern nichts.
Gestern saßen wir dann endlich wieder draußen auf der Terrasse, ließen uns von der Abendsonne wärmen und aßen zufrieden Kartoffelsalat und Grillwurst. Und natürlich kam, was kommen musste: Gerda wollte Senf. Nicht irgendeinen, nein, ausgerechnet den Dijon, der schon beim Aufdrehen droht, einem die Nasenhaare zu kräuseln.
Ich hab sie noch gewarnt. Aber Gerda ist stur wie ein alter Hafenkutter, der seit dreißig Jahren dieselbe Route fährt. Was auf dem Teller liegt, wird gegessen. Punkt. Tja. Zwei Sekunden später kippte sie mir fast vom Stuhl. Als sie wieder zu sich kam, brauchte sie erst mal einen starken Kaffee, um die Lebensgeister einzusammeln und die Nase wieder zu entknittern.

Angela 23.03.2026, 17.14 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL

Die drei Hafenmöwen Fiedde, Hein und Kalle haben heute ihre erste gemeinsame Schicht als Hafenwache. Großes Kino ist das nicht, eher viel Geschrei, ein paar verrutschte Mützen und dieser kleine Rest Stolz, den man eben hat, wenn man meint, wichtig zu sein.
Fiedde hat sich auf einem Poller breitgemacht und zwinkert jedem Kutter zu, der vorbeischaukelt. „Moin!, ruft er, als würde er persönlich den Hafenbetrieb am Laufen halten.
Hein steht ein Stück weiter, die Flügel im Nacken, und zählt mit zusammengekniffenen Augen die Container auf einem Frachter. „Nee… dat passt doch hinten und vorne nich, murmelt er, als hätte er jemals Ahnung von Containern gehabt.
Kalle dagegen hat sich in eine Rettungsboje verguckt. Er sitzt davor wie ein verliebter Teenager und nennt das Ding „Berta, als wäre das völlig normal.
Ein Schlepper brummt vorbei, Möwen kreischen durcheinander, und die Sonne glitzert auf dem Wasser, als hätte sie heute gute Laune. Kurz gesagt: ein ganz gewöhnlicher Tag für drei gefiederte Hafenhelden, die mehr Herz haben, als man ihnen zutrauen würde.
Und klar: alles frei erfunden. Falls es irgendwo Möwen gibt, die Fiedde, Hein oder Kalle heißen, Container zählen oder Rettungsbojen anschmachten: reiner Zufall.
Aber ein bisschen norddeutsche Sehnsucht nach Möwengeschichten darf man ja wohl haben.


Angela 04.03.2026, 07.08 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL

Angela 01.03.2026, 20.48 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Angela 22.02.2026, 20.17 | (3/1) Kommentare (RSS) | PL


Angela 18.02.2026, 09.43 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Angela 15.02.2026, 17.50 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Angela 15.02.2026, 17.35 | (0/0) Kommentare | PL

Angela 14.02.2026, 10.35 | (0/0) Kommentare | PL